FRAU* schafft Raum im HAUS DER ARCHITEKTUR
Laura Frediani, FRAU* schafft Raum
Die Ausstellung illustriert den Wandel eines Ortes des Verbrechens hin zu einem Ort des Erinnerns, der Solidarität und der Prävention – der erste feministische Kunstraum gegen Gewalt an Frauen*. „FRAU* schafft Raum“ zeigt anhand eines interdisziplinären, innovativen Konzepts, wie ein Tatort transformiert werden kann. Das in Wien realisierte dynamische Denkmal wird im HDA weitergedacht. Ein Rahmenprogramm vertieft die Inhalte theoretisch.
Am 5. März 2021 wurde eine 35-jährige Trafikantin in Wien von ihrem Ex Partner in Brand gesetzt und erlag ihren schweren Verletzungen. Dieser Femizid führte zur Umgestaltung der Trafik in einen Erinnerungs- und Kunstraum, der Gewalt an Frauen* als geschlechtsspezifische
Menschenrechtsverletzung thematisiert. Zwischen 2014 und 2021 wurden in Österreich 242 Frauen* von Ex-Partnern, Bekannten oder
Familienmitgliedern ermordet. 2023 wurden 26 Femizide und 40 Mordversuche verzeichnet. Der Fall am Alsergrund steht exemplarisch für
viele.
FRAU schafft Raum* wurde als Hybrid aus Gedenk- und Kunstraum konzipiert. Im Haus der Architektur Graz (HDA) wird der interdisziplinäre Dialog fortgesetzt und die Verantwortung der Architektur neu verhandelt.
Batja Ferchs künstlerische Fotografie dokumentiert die Zerstörung des ursprünglichen Raums. Die Pläne und Visualisierungen von Laura Frediani, FREDIANA.studio, zeigen die architektonische Umgestaltung. Christoph Kleinsassers Architekturfotografie verankert das Projekt im räumlichen Kontext. Sabine Groschups Kunstinstallation, kuratiert von Anna Valentina Ennemoser, vertieft die emotionale Wirkung. Plakate von Lisa Eder begleiten das visuelle Konzept und stärken die inhaltliche Aussage.
Ein Vortrag von Marlene Wagner reflektiert architektonische Gewalt und bringt feministische, post- und dekoloniale Perspektiven ein. Das HDA Graz schafft Raum für Auseinandersetzung, Sichtbarkeit und nachhaltige Veränderung.
