Holzbau Architektur mit MENSCH. ORT. HAUS. VERSTAND.
Eva Hierzer, NOW Architektur
Die Ausstellung betrachtet ausgewählte Holzbauprojekte, ihre Entstehungsprozesse und untersucht anhand dieser Beispiele, was es braucht, um ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig zu bauen. Im Fokus stehen soziale, baukulturelle, räumliche und konstruktive Aspekte. Dabei wird sichtbar, welchen Einfluss das Handwerk auf die Gestaltung hat, wie die Verfügbarkeit von Materialien Konstruktionsweisen prägt und welche Rolle die Beziehung der Menschen zum gebauten Raum für die Baukultur spielt – in der Steiermark und darüber hinaus.
Die Ausstellung zeigt, dass nachhaltiger Holzbau weit mehr ist als der Einsatz eines nachwachsenden Rohstoffs. Er erfordert eine ganzheitliche Betrachtung, die ökologische, ökonomische und soziale Aspekte miteinander verbindet.
MENSCH.
Gezeigt werden Holzbauten mit sozialem Mehrwert – insbesondere für den ländlichen Raum und als infrastrukturelle Orte der Begegnung. Diese „empathische Architektur“ reagiert auf menschliche Bedürfnisse, fördert Gemeinschaft und schafft Identifikation, anstatt lediglich funktionale Hüllen zu sein.
ORT.
Der Begriff „Ort“ betont die baukulturelle Bedeutung des Holzbaus und die Notwendigkeit, Gebäude gestalterisch und räumlich in ihre Umgebung einzubetten. Baukultureller Mehrwert entsteht dabei im Zusammenspiel aller Beteiligten – Bauherr:innen, Planenden und Ausführenden.
HAUS.
Im Mittelpunkt steht ein suffizienter und ressourcenschonender Umgang mit Holz. Thematisiert werden unter anderem die Wiederverwendung von Bauteilen (Re-Use) sowie zirkuläre Bauweisen, bei denen traditionelles Handwerkswissen mit neuen Technologien kombiniert wird, um Gebäude leichter rückbauen und weiterverwenden zu können.
VERSTAND.
Auf gesellschaftlicher und politischer Ebene plädiert die Ausstellung für ein Umdenken: weg vom Prinzip „so viel wie möglich“, hin zu suffizienten Lösungen – „so viel wie nötig“. Dabei wird auch die soziologische Bedeutung von Suffizienz für die Zukunft des Bauens beleuchtet.
