Mehr Raum - Vom Bedürfnis zum Übermaß?
Martin Kern
Wie viel Raum brauchen wir wirklich?
Der persönliche Wohnflächenbedarf ist in Österreich in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen: Seit den 1970er-Jahren hat sich die Wohnfläche pro Person auf über 46 m² verdoppelt – und wächst weiterhin. Was lange als private Entscheidung galt, hat heute spürbare ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen: steigender Ressourcen- und Bodenverbrauch, Leerstände in Orts- und Stadtzentren sowie Veränderungen in unserem Zusammenleben.
Die Ausstellung greift dieses Thema auf – ohne mit dem Finger auf Einzelne zu zeigen. Stattdessen lädt sie Besucher:innen dazu ein, den eigenen Raumbedarf zu hinterfragen und selbst zu erkunden: Wie viel Raum brauchen wir tatsächlich?
Raumverbrauch sichtbar und erfahrbar machen
Obwohl der steigende Flächenverbrauch im architektonischen Diskurs seit Jahren präsent ist und an Hochschulen intensiv diskutiert wird, bleiben grundlegende Veränderungen in der Praxis bislang selten. Warum fällt es so schwer, unseren Umgang mit Wohnraum zu verändern – trotz fundierter Erkenntnisse und engagierter Initiativen?
Die Ausstellung setzt bewusst bei der Einzelperson an. In drei Teilen macht sie die Auswirkungen unseres persönlichen Flächenverbrauchs sichtbar und greifbar.
Ein interaktives Raumfeld lädt Besucher:innen dazu ein, den eigenen Bedarf praktisch zu erproben: Wie viel Platz brauchen wir wirklich zum Wohnen, Arbeiten oder Zusammenleben? Ergänzt wird diese Erfahrung durch Fakten, Daten und Zukunftsszenarien rund um das Wohnen – von geteilten Räumen über neue Wohnmodelle bis hin zur Umnutzung leerstehender Einfamilienhäuser.
Dabei geht es nicht nur um Zahlen oder Wohnflächen, sondern um eine grundlegende Frage unserer Zeit:
Wie wollen wir künftig wohnen – und wie viel Raum ist dafür notwendig?
