Roof Works
Architekturbüro Continentale
Das Dach prägt die Architektur durch seine Form, seine Präsenz oder bewusste Abwesenheit – und spielt dennoch im Planungsprozess oft eine untergeordnete Rolle. Statt es als Folge technischer, sozialer oder gesetzlicher Vorgaben zu verstehen, lädt diese Ausstellung dazu ein, Stadt und Architektur vom Dach aus zu denken: als architektonisches Element, das Konflikte sichtbar macht, Bilder prägt und neue Möglichkeitsräume eröffnet.
„Von den drei abwehrenden Elementen der Baukunst das Dach eine überwiegende Bedeutung erhalten musste, welches in ursprünglichster Form als tragbares Zelt erschien.“ – Gottfried Semper, Die vier Elemente der Baukunst, 1851
Die Geschichte des Daches ist die Geschichte der Architektur selbst. Ob geneigt, ach, markant oder verborgen: Das Dach spielt – durch seine Form, seine Präsenz oder seine Abwesenheit – eine entscheidende Rolle im architektonischen Ausdruck.
Gleichzeitig ist das Dach häufig das Ergebnis technischer, sozialer und wirtschaftlicher Zwänge. Bauordnungen, angrenzende Bebauung oder Anforderungen an die Energiegewinnung diktieren oft, wie ein Dach auszusehen hat.
In dieser Ausstellung soll der Blick umgekehrt werden: Statt das Dach als Folge dieser Rahmenbedingungen zu verstehen, möchten wir diese Bedingungen aus der Perspektive des Daches befragen. Das Dach wird dabei zum Ausgangspunkt einer breiteren architektonischen Reflexion.
Historische Beispiele treffen auf aktuelle Positionen: Neben Referenzprojekten zur Entwicklung dieses Elements werden gebaute und spekulative Beiträge präsentiert, die im Rahmen eines europaweiten Open Calls von Studierenden und Architekturschaffenden eingereicht wurden. Je nach Budget wird das Projekt durch Debatten, Workshops für Kinder und eine begleitende Publikation ergänzt.
